30 November 2024

Yogi Lang - "No Decoder" (2010)

Das Album dieser Woche ist mir wieder einfach so beim Stöbern zum Hören in die Hände gefallen. Ich habe es seit einiger Zeit als CD im Schrank stehen, höre es durchaus regelmäßig und finde es jedes Mal wieder großartig. 

Hinter Jürgen "Yogi" Lang verbirgt sich der Keyboarder und Sänger der deutschen Prog-Rocker von RPWL, der hier auf Solo-Pfaden wandelt. Die musikalische Nähe zu den späten Pink Floyd ist auch hier nicht zu überhören. Das stört aber insofern nicht, als das Yogi Lang seine ganz eigene Methode gefunden hat, mit seiner stimmlichen Ähnlichkeit zu David Gilmour umzugehen. ... und wenn man denn schon einen Vergleich zulassen möchte, und mal Gilmours neuestes Meisterwerk "Luck and Strange" als Referenz zuläßt, dann braucht sich Yogi Langs "No Decoder" dahinter nicht zu verstecken. ... und so liebe ich es als das was es ist: Ein Stück sehr genialer Musik.

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23 November 2024

Opeth - "Damnation" (2003)

Gestern ist das neue Opeth-Album "The Last Will and Testament" erschienen. Das ich von Opeth-Alben nicht immer nur begeistert bin, hatte ich hier schon mal erwähnt. Allerdings bewegen die sich auf einem derart hohen musikalischen Niveau, dass ich zumindest immer sehr neugierig bin. ... und spätestens nach diesem "Live At Red Rocks Amphitheater" ist das Eis auch bei mir gebrochen. Für "The Last Will and Testament" werde ich allerdings noch ein paar weitere Durchläufe brauchen, bis es mich mitnehmen könnte. Dieses Album ist ein unheimliches Brett und verkörpert alles wovor ich bei Opeth immer Angst hatte;  nämlich, dass Opeth ihr progressives Halbton-Gefrickele mal mit früher sehr häufigen Death-Growlings kombinieren würden. ... und genau das ist jetzt passiert. Wie gesagt: Um diesen Brocken zu verdauen, werde ich noch einige Zeit brauchen. Allerdings hat mich Spotify anschließend ohne Umwege zu "Damnation" geführt. Natürlich kannte ich das Album schon, aber wahrscheinlich war ich vor 20 Jahren mit Erscheinen und auch später nicht reif genug, es für mich zu verinnerlichen Jedenfalls haben mich die ersten Takte von dem hervorragenden Opener "Windowpane" jetzt sofort gepackt und mit dem darauf folgenden "In My Time of Need", meinem Lieblingssong von Opeth, nicht mehr los gelassen. Bei "In My Time of Need" bekomme ich immer Gänsehaut und Pippi in den Augen, so schön ist der Song. ... und der Rest der Platte irgendwie auch .... und so ist für "Damnation" eben auch eine Nominierung zum "Album der Woche" gerechtfertigt. 


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16 November 2024

The Allan Parsons Project - "Eye In The Sky" (1982)

 In dieser Woche gibt's mal wieder ein Album, welches fast in jedem Haushalt zu finden ist. Beim Auswählen bin ich schlichtweg bei A wie Allan Parsons hängen geblieben. Tolles Disco-Fox-Album aus den 1980er Jahren! Man fühlt sich gleich in die Zeit der eigenen Tanzschule zurück versetzt ;-). Allerdings ist das auch ein Grund, warum in der Regel für mich immer nur ein Allan Parsons Album am Stück geht. Das ändert natürlich nichts daran, dass Allan Parsons insbesondere die Pop- und Rockmusik der 1970er und1980er, teilweise solo sogar noch der 1990er Jahre, maßgeblich mit geprägt hat. Selbst wenn man wegen des Bandnamens dazu neigt, darf aber auch Eric Woolfson als Partner im Duo The Allan Parsons Project nicht vergessen werden. Insbesondere der poppige Touch einiger Veröffentlichungen geht wohl auf das Konto von Woolfson, der allerdings 2009 schon verstorben ist. 

"Eye In The Sky" ist für mich eines der unbeschwertesten und eingängigsten Alben von The Allan Parsons Project. Während bei vielen der anderen Veröffentlichungen immer ein großes, umfassendes Konzept aufdringlich im Vordergrund steht (z. B. bei "Tales Of Mystery and Imagination" oder "Gaudi"), ist dies hier - wenn es überhaupt eins gibt - sehr im Hintergrund gehalten. Prinzipiell geht es bei "Eye In The Sky" wohl um das große Thema der umfassenden Überwachung. Aber man kann das Thema eben auch mal locker ausblenden und sich ganz der großartigen Musik hingeben. ... 

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09 November 2024

Rogér Fahkr - "Fine Anyway" (2021)

Das Album dieser Woche ist auch in dieser Woche in meinen Platten-Schrank gewandert, sprich: es ist mit DHL gekommen. Bestellbar war es ausschließlich über Bandcamp, was schon mal Einiges darüber aussagt, dass es sich nicht unbedingt um eine Mainstreamveröffentlichung handelt. "Fine Anyway" ist ein aufregend unspektakuläres Akustikalbum von einem weitgehend unbekannten libanesischen Musiker, namens Rogér Fahkr. Dieser wuchs in den 1960er und 70er Jahren in Beirut auf und begann auch dort zu musizieren. Auch wenn man es heute kaum glaubt, aber Libanon war mal ein sehr fortschrittliches Land mit Zugang zu interkulturellen Einflüssen. So ist sicherlich auch zu erklären, dass man "Fine Anyway" nicht sofort nach Libanon verorten würde. Einflüsse von Blues, Country, Funk und Soul sind den sehr sparsam instrumentierten Songs anzuhören. Die Lieder sind hauptsächlich in englisch interpretiert. Vereinzelt werden aber auch orientalisch inspirierte Songs selbstverständlich in der landestypischen Sprache intoniert. Sehr vielfältig und sehr schön. Ein weiterer Reiz dieser Platte macht die smarte Unvollkommenheit aus. Das Album wurde wegen sehr knapper Resourcen 1977 in einer Tag- und Nachtsession eingespielt, ohne große Möglichkeiten irgendwas an den Aufnahmen zu korrigieren. Das ist Musik in Reinform! Nur Live gehts noch authentischer. Und so ist diese Aufnahme natürlich auch bestens geeignet für ein so unvollkommenes Abspielmedium wie Vinyl. Das rauscht, knackt und leiert eben mal, wie das live und spontan einfach so ist ... und steht so im krassen Gegensatz zu den heute so glatt gelutschten Perfektproduktionen. ... und tatsächlich fühlt sich die Platte auf meinem Bang & Olufsen,  von 1982 am wohlsten, ohne irgendwelche Equies oder sonstigen Firlefanz. 

Sehr interessant ist auch die Art und Weise der Veröffentlichung. Zunächst wurde "Fine Anyway" in einer Auflage von 200 Kopien als Musikkassette verlegt. ... und ging da vermutlich auch sang- und klanglos unter. Das Re-Release verdanken wir einem Label namens Habibi Funk, welches alte Aufnahmen unter Lizenz der Künstler selbst veröffentlicht und diesem mindestens 50% der Einnahmen zu schanzt. Sowas mag ich, sowas kaufe ich und sowas nominiere ich auch zum Album der Woche!


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01 November 2024

Roger Waters - "The Pros & Cons Of New York - The Classic 1985 Broadcast" (2017)

In dieser Woche bin ich nochmal bei einer "inoffiziellen Veröffentlichung" gelandet, die bei mir schon recht lange im Schrank steht, ohne sie eigentlich ausreichend gewürdigt zu haben. Dies hoffe ich heute nachholen zu können. Damals, muss also um 2017 gewesen sein, habe ich das Teil gekauft, gehört und im Schrank verschwinden lassen. Wahrscheinlich lag es daran, dass ich noch nicht reif für die, doch recht ansprechenden Interpretationen der Floydklassiker war.  

Das Doppel-CD-Set setzt sich zusammen aus Live-Mitschnitten der 1985er USA-Tour. Auf der ersten CD befinden sich ausschließlich Pink Floyd-Songs. Auf der zweiten CD spielt Roger Waters sein Konzept-Album "The Pros and Cons Of Hitch Hiking". Zum Einen habe ich wohl damals die unglaublich gute Soundqualität der Aufnahmen völlig ignoriert und zum Anderen habe ich die neuen Floyd-Interpretationen  als völlig verhunzt und überflüssig wahrgenommen. Diesbezüglich muss ich mich heute grundlegend korrigieren. Letztlich ist es tatsächlich ein Verdienst von Roger Waters, hier Floyd-Klassiker, die man sich über die Jahre manchmal doch etwas leid gehört hat, mal anders - eben interessant - vermittelt zu bekommen. Hier hat Roger Waters also bereits 1985 begonnen, seine Werke in einer Art Retrospektive neu aufzulegen. Was ich zunächst als eine Art schlechten Aufguss verstanden habe, entpuppt sich über weite Strecken einfach als genial. Dieses Konzept verfolgt Roger Waters ja gerade in letzter Zeit beispielsweise mit "The Lockdown Sessions" und "The Dark Side Of The Moon Redux" sehr konsequent weiter. Polarisierend - versteht sich! Wenn man an dieser Stelle ehrlich ist, sind die frühen Pink Floyd-Werke ja alle über unterschiedlichste Versionen, Improvisationen und Interpretationen entstanden und erst später ausgereift veröffentlicht worden. Hier werden die Meisterwerke eben auch nach der Veröffentlichung lediglich weiterentwickelt. Von daher verstehe ich die ganze Aufregung um die Neuveröffentlichungen nicht. ... Hmm naja ...  auch ich hatte ja zunächst diese CDs im Schrank verschwinden lassen, bin aber mittlerweile sehr glücklich, sie wieder entdeckt zu haben.  

Da dies eine "inoffizielle Veröffentlichung" ist, gibt es die auf Spotify leider nicht zum rein hören. Über Amazon oder Discogs ist sie allerdings erhältlich. 

26 Oktober 2024

Melissa Etheridge - Unplugged / Brooklyn Academy of Music, 21st March 1995 (2017, Unofficial Release)

Für das Album dieser Woche ging der Griff mal wieder tief ins CD-Regal. Anders ging das nämlich auch nicht, weil es das Album "Unplugged" von Melissa Etheridge nicht auf Vinyl gibt, ... mehr noch: offiziell gibt es diese Veröffentlichung gar nicht. Es ist ein Bootleg. Dabei ist dieses Album für mich, eines der besten Unplugged-Alben überhaupt, ... zumindest wenn man Unglugged als Musik versteht, der wirklich komplett der Stecker gezogen wurde! Das heißt Melissa Etheridge steht hier tatsächlich komplett allein mit Westerngitarre und ihrer unglaublich kraftvollen Stimme auf der Bühne. ... Allein? Nee nicht so ganz, weil sich zwischendurch auch mal der "Boss" Bruce Springsteen himself die Ehre gibt und mit ihr eines der schönsten Duette der Rockgeschichte in Form seines Songs "Thunder Road" zum Besten gibt. Schon allein wegen dieses Songs lohnt sich die CD. Aber auch die Performance der restlichen Songs ist einfach umwerfend ... so voller Energie, Kraft, Leben und einfach Spaß an der Musik ... und dabei so herrlich unvollkommen, wie eben handgemachte Rock-Musik sein muss!


Wie das mit Bootlegs so ist, gibt's die leider bei Spotify nicht zum Reinhören. Aber von dem Konzert gibt's Videos auf YouTube: hier die Performance von Thunder Road, Like The Way I Do, Ain't It Heavy. 

19 Oktober 2024

The Catch - "25 Years" (1983, 7" Single)

Ausnahmsweise gibt es diesmal eine 7" Single der Woche und kein komplettes Album. Keine Angst! Das wird nicht oft vorkommen. Davon besitze ich nämlich nur relativ wenige, aber seit dieser Woche eben eine mehr. 

"25 Years" war einer der ersten Songs, den ich mit meinem Geracord GC 6020-Kassettenrecorder 1983 aus dem Radio mitgeschnitten habe. (Ich war also gerade 13 geworden). Das Ding kostete 605,- Ost-Mark und verschlang damit damals locker einen normalen Monatslohn in der DDR. Ich plünderte mein gesamtes Erspartes und ging zusätzlich noch regelmäßig Altpapier und Glasflaschen in der Nachbarschaft sammeln, die man an sogenannten SERO-Annahmestellen  gegen Geld abgeben konnte. (SERO steht dabei für Sekundärrohstoffe). Übrigens kostetet eine normale 60 Minuten Fe-Leerkassette 20,- Ost-Mark und eine Cr-Kassette sogar 30,-Ost-Mark. Jedenfalls hatte ich dann sehr schnell die wöchentliche Radio-Hitparade freitags 18:00 Uhr auf Bayern3 für mich entdeckt, um die angesagte Musik aus dem Radio mit zuschneiden. ... und "25 Years" von The Catch war einer der ersten Songs auf meiner einzigen Kassette, die ich zunächst besaß ... und ich fand den Song so cool und dudelte das Lied jede freie Minute (mehr hatte ich ja auch nicht zum Abspielen. (*lach laut*).

The Catch ist ein britisches Duo, welches 1983 von zwei Studiomusikern gegründet wurde und ein typisches One-Hit-Wonder war. ... und das auch nur in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Im restlichen Teil der Welt blieb das Projekt weitgehend erfolglos. Bereits die B-Seite der Single klingt schon sehr beliebig. 

Jedenfalls habe ich "25 Years"dann vor ca. zwei Wochen seit ewigen Zeiten mal wieder im Radio gehört und brauchte auch einen Moment um zu schnallen, welche Song das überhaupt ist. ... Dann kamen aber die Erinnerungen mit voller Wucht zurück! ... Für mich war sofort klar, dass ich das auf Vinyl brauche. Der Rest ist Ebay-Geschichte. 


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