05 Oktober 2024

Slomosa - "Tundra Rock" (2024)

Vor ziemlich genau drei Wochen ist dieses zweite Album "Tundra Rock" der norwegischen Band Slomosa erschienen. Seit dem lief es bei mir gefühlt in Dauerschleife über Spotify. Einfach göttlich! Stoner- und Dessert-Rock wie er sein muss! Seit gestern besitze ich auch die entsprechende Hardware dazu, und zwar als limitierte white/marble Edition. Gekauft habe ich diese auf dem gestrigen Konzert der Band im Forum zu Bielefeld. Krasser Abriss! Es hat mich schon sehr erstaunt, welche textsichere Fanbase diese junge Band, bei gerade mal zwei Alben, hier zusammengetrommelt hat. Die Hütte war voll! ... und das lag nicht an dem zweifellos ebenso genialen Support von Psychlona und Greenleaf

Das selbstbetitelte Debüt "Slomosa" hatte ich ja schon im Resümee des diesjährigen Freak Valley Festivals zum Album der Woche im Juni gekürt, und damit zum Ausruck gebracht, welche tiefen musikalischen Spuren Slomosa bei mir schon hinterlassen hatten. Mit dem zweiten Album und ihren bisherigen Liveperformances sind sie nun endgültig in meiner persönlichen Hall of Fame angekommen. 



Slomosa live at Forum Bielefeld 4.10.2024


28 September 2024

rýr - "Transient" (2022)

Zum Album dieser Woche habe ich selbst vor ungefähr einem Jahr mal auf Facebook gepostet: "Ein musikalischer Spaziergang durch Berlin Marzahn (oder meinetwegen auch durch das Chemnitzer Heckert-Gebiet) an einem naß-kalten und trüben Novembermorgen." ... und genau das ist es! Worum es hier gehen soll, verrät schon das Cover. Trostlose Plattenbauarchitektur wird hier mit emotionsloser Kälte wunderbar in Szene gesetzt. Wir steigen mit rýr und "Transient" ganz tief in Post Metal oder meinetwegen auch in Instrumental Doom ab. Bekanntlich mag ich insbesondere Musik, die es schafft, bewegte Bilder in meinem Kopf ablaufen zu lassen ... und das schafft "Transient" mühelos. 


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20 September 2024

The Who - "Live At Leeds" (1970)

Geburtstag! - Während ich normalerweise meine Wahl zum "Album der Woche" eher spontan gestalte, habe ich diesmal bewußt ins Musikjahr 1970 zurückgeblickt und geschaut, welche Veröffentlichung aus meinem Geburtsjahr ,würdig erscheint meinen Jubeltag als "Album der Woche" mit mir zu zelebrieren. Dabei wurde direkt wieder klar, welch großartiger Jahrgang 1970 auch musikalisch eigentlich ist. Neben The Who, haben auch Bands wie The Doors, die Beatles, Pink Floyd und Led Zeppelin großartige Alben veröffentlicht. D. h. ich habe auch in den kommenden Jahren für meine Geburtstagswoche immer genug Stoff für diesen Blog. 

Das Album selbst, habe ich erstmals vor einigen Jahren beim Auto fahren gehört. Da wurde es im Radio in einer Sondersendung besprochen, und für mich war sofort klar, dass ich das unbedingt haben mußte. The Who kenne ich natürlich schon, seit ich begonnen hatte, mich als Jungspunt, für Musik zu interessieren. Das Besondere an "Live At Leeds" ist die coole Live-Atmosphäre, die auf dem gesamten Album rüber kommt und es enthält alle Hits aus der Frühphase der Band, und zwar in besseren, kraftvolleren Versionen als den Studio Aufnahmen. ... 54 Jahre (!!!) alte Power! Rock It!

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14 September 2024

David Gilmour - Luck And Strange (2024)

Das Album dieser Woche besitze ich noch gar nicht. Es ist auch erst vor einer Wochen erschienen. Seit dem verdient Meister Gilmour mal wieder mit Spotify-Streams ordentlich an mir. Das Album läuft gefühlt in Dauerschleife und ich muss sagen, was der Pink-Floyd-Frontmann hier abgeliefert hat, ist wirklich eine Klasse für sich. Das sehe ich offensichtlich nicht alleine so, denn das Album ist direkt in den britischen und deutschen Charts auf Platz 1 eingestiegen. Wo ich beim  Vorgänger "Rattle That Lock" etwas bekrittelt hatte, dass sich David Gilmour zu sehr auf seine Alt-Herren-Rolle zu rück zieht, findet er hier eine perfekte Mischung aus entspanntem Plätschern, astreinem Blues und schneidendem Rock... und er läßt auch seine Gitarre mal wieder von der Leine. Meinen (momentanen) Lieblingssong singt allerdings Gilmour gar nicht selbst, sondern seine Tochter Romany. "Between Two Points" ist einfach ein toller Song, bei dem ich tatsächlich beim ersten Hören den Atem angehalten habe. Häufig geht es schief, wenn Stars ihre Kinder protegieren. Das scheint hier anders zu sein. Romany ist eine sehr sympatische junge Frau und endlich mal jemand aus der Pink-Floyd-Ecke der singen kann! Ich bin neugierig darauf, bald mal mehr von ihr zu hören. Dann vielleicht auch mal eigenes Zeug. Bei den Genen reichts dann sicherlich auch zu einem "Album der Woche".  ;-)


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06 September 2024

Catherine Wheel - "Chrome" (1993)

Da ich meinen halben Plattenschrank bzw. das halbe CD-Rack mit mir als MP3 gerippt auf meinem Handy rum schleppe, kann  ich natürlich auch auf Dienstreise, abends im Hotel, meinem Lieblings-Hobby frönen. So geschehen in dieser Woche. Dabei habe ich mir mal wieder das Album "Chrome" von Catherine Wheel zu Gemüte geführt. Wirklich ein tolles Album! 

Über die VISION hatte ich mich vor einigen Jahren mal etwas Näher mit Shoegaze auseinandergesetzt, jener Musikrichtung die ihren Namen daher hat, dass die Gitarristen beim Spiel ständig ihren Kopf hängen lassen und auf Ihre Schuhe bzw. auf die Effektgeräte darunter starren. Dort war Catherine Wheel als ein typischer Vertreter dieses Genres genannt und mit eben jener Platte "Chrome" vorgestellt worden. Wie das so ist, diese Platte hatte es mir sofort angetan: hammer cool und dabei eben nicht so langweilig beliebig, wie es bei einigen anderen Vertretern des Shoegaze doch hin und wieder der Fall ist. Hier wird der recht coole und entspannte Sound noch durch einen ordentlichen Griff in die Saiten aufgeraut. 

"Chrome" ist das zweite von insgesamt vier Alben, die die Band in den 1990er Jahren in die Welt gesetzt hat. Wobei ich die anderen Alben tatsächlich auch nicht so prall finde. Da es die Band seit Ende der 1990er auch nicht mehr gibt, wird "Chrome" dann wohl auch mein einziges Album dieser Band bleiben. Ansonsten weiß ich von dieser Band auch nicht allzu viel, ... außer dass es Briten sind und der Sänger Rob Dickinson ein Cousin von Bruce Dickinson, dem Iron Maiden Fronter, ist. ... und der Name bezeichnet nicht etwa ein beliebiges Rad irgendeiner Katherina sondern ein mittelalterliches Folterinstrument, das sogenannte Katharinenrad. Der Name geht zurück auf die heilige Katharina von Alexandrien, die als Märtyrerin im Jahre 307 das erste Opfer jenes Richtrades gewesen sein soll.  Nice to know! ... und allemal eine Nominierung zum Album der Woche wert ;-)

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28 August 2024

No-Man - "Schoolyard Ghosts" (2008)

In dieser Woche gibt's hier mal ein richtiges Pop-Album! Am Samstag werde ich anläßlich meines 35-jährigen Abi-Jubiläums in meine Heimat zurückkehren. Alle diese "Schulhofgeister", die man so mit sich rum schleppt, werden beim Klassentreffen zum Leben erwecken. Dieser leichte melancholische Schmerz, der sich einstellt, wenn man in eine längst vergangene - , aber wunderschöne Zeit eintaucht, die ich zwar nicht zurück sehne (oder vielleicht doch ein bißchen?), die aber wunderschön war, und ich mir trotzdem auch sehr bewusst bin, dass diese Zeit nie wieder kommt ... Ja dieser Schmerz, vollgepackt mit süßen Erinnerungen (die blöden sind längst verdrängt und vergessen), sucht ein Ventil! ... und dieses Ventil ist für mich "Schoolyard Ghosts" von No-Man.  

No-Man ist das Zwei-Mann-Projekt von Tim Bowness und Porcupine Tree Mastermind Steven Wilson.  Letztlich bin ich auch über Steven Wilson, den ich ja für eines der größen musikalischen Genies unserer Zeit halte, zu No-Man gekommen. No-Man hat inzwischen einen recht beachtlichen Backkatalog. Wobei mich Tim Bowness' schmalzige Stimme ansonsten nicht so besonders abholt. Bei "Schoolyart Ghosts" ist das anders! Da paßt das perfekt! ... und so schiebe ich die CD in den Player, lasse mich von den schönen Emmotionen überwältigen bis das Pipi an den unteren Augenlidern steht und freue mich auf Samstag.

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24 August 2024

Triptykon - Requiem (Live At Roadburn 2019) (2020)

In dieser Woche war mir wie sterben zumute. Klingt theatralisch, soll es auch, ist aber nicht so ernst gemeint, wie sich's vielleicht anhört. Ich hatte in dieser Woche meine dritte Corona-Infektion. Während die ersten beiden in den Jahren 2020 und 2022 eigentlich kaum der Rede wert waren, hat es mich in dieser Woche richtig derbe auf die Bretter gehauen. Das ist sicherlich immer noch nichts gegen die Fälle, welche im Krankenhaus oder auf dem Friedhof landen. Trotzdem hat es mir ordentlich zugesetzt und die Gedanken an ein Requiem, also eine "Messe für die Verstorbenen" waren nicht fern. Da Musik nun mal das Spiegelbild meiner Stimmungslage ist, landete das "Requiem" von Triptykon, eins, fix, drei im Player. Ich kann nicht behaupten, dass es mir anschließend besser ging, aber wenigstens , war die Messe gelesen. ;-)

Das Konzept, dass Heavy Metal Bands ihre Musik mit Orchester als großen Bahnhof präsentieren, ist spätestens seit Melallicas "S&M" salonfähig. Auch wenn ich mir jetzt den Zorn vieler Metallica-Fans zuziehe, so muß ich trotzdem konstatieren, dass es Metallica überhaupt nicht gelungen ist, dass Potenzial des Orchesters nur ansatzweise auszuschöpfen. Das mag daran liegen, dass Metallica ihre eigenen Songs in einem neuen rock-klassischen Mäntelchen präsentieren wollten und ihren Fans ja nicht zuviel Klassik zumuten wollten. (Das ist reine Mutmaßung meinerseits.)  Triptykon, mithin Mastermind Thomas Gabriel Fischer alias Tom Warrior, ist hier einen anderen Weg gegangen. "Requiem" ist als ganzheitliches Werk zu verstehen und so finden wir lediglich den Opener "Rex Irae" bereits auf dem 1987er Album "Intro The Pandemonium"  von Warriors Vorgängerband Celtic Frost. Alle anderen Teile dieses beeindruckenden Werkes wurden eigens hierfür geschrieben. Das führt dazu, dass Band und Orchester, also klassische Instrumente und Rock-Instrument zu einer Einheit verschmelzen. Bassgitarre und Pauke ergänzen sich wunderbar, dann greifen Schlagzeug und Bläser ein, Streicher, Gitarren und Glockenspiel geben dem Ganzen das volle Volumen. Der sehr spartanisch akzentuierte Gesang, teils sehr monoton eingebracht, mit einer weiblichen Co-Stimme versehen, gibt dem Ganzen dann noch die nötige Getragenheit. 

Für mich ist das "Requiem" von Triptykon ganz klar ein Meisterwerk der gesamten Musikgeschichte, auch wenn es niemals die Popularität erlangen wird, die diesem Werk eigentlich zusteht.  


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