Der ganz persönliche Blick in meinen Plattenschrank, ... der mittlerweile auch nicht mehr wirklich immer wöchentlich erfolgt. ;-)
03 August 2024
Wasted Bullet - "Lights Below Sunrise" (2011)
27 Juli 2024
Alcest - "Ècailles De Lune" (2010)
20 Juli 2024
Syd Barrett - "The Madcap Laughs" (1970)
Über die "Unvollkommenheiten" von Syd-Barrett-Platten hatte ich mich hier schon mal ausgelassen. Trotzdem lagen beide Alben in dieser Woche mal wieder auf dem Plattenteller. Tante Trude aus Buxtehude war zu Besuch. Sie hat zwischenzeitlich ihre musikalische Vorliebe für die frühen Pink-Floyd-Jahre entdeckt und so haben wir warmer Milch mit Honig gefrönt und ausführlich über Syd Barretts Rolle fabuliert. An der Tatsache, dass Syd Barrett in den ersten Jahren der geniale und kreative Kopf von Pink Floyd war, gibt es sicherlich nichts zu rütteln. Seine Solo-Alben hingegen polarisieren stark. Während die einen hier geniale Kunstwerke sehen, sehen andere den traurigen Beleg für Barretts mentalen Verfall. Nach erneutem Hören zählen sich Tante Trude und ich uns zu zweiter Gruppe. Meine Frau ging sogar soweit zu hinterfragen, wer wohl so einen Mist kauft. Damit wurde dann wohl mein eigener mentaler Zustand hinterfragt. Allerdings haben Tante Trude und ich noch eine weitere Rolle in Syd Barrett entdeckt, nämlich die eines ausgezeichneten Comedian. Die Songs auf den Alben sind teilweise so deletantisch eingespielt und produziert, dass wir uns vor Lachen kaum auf unseren Stühlen halten konnten. Bestes Beispiel dafür: "If it's in You". Das kann kein zufälliges Versehen -, sondern muss Absicht gewesen sein! Zumal David Gilmour und Roger Waters hier als Produzenten in die Bresche gesprungen sind. ... und damit kommen wir wieder zum Genius von Syd Barrett. Wer Alben mit so hohem Unterhaltungswert aufnimmt, muss genial sein. ... und das rechtfertigt dann selbstverständlich auch die erneute Nominierung zum Album der Woche.
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12 Juli 2024
Yes - "Big Generator" (1987)
Mein gefühltes halbes Leben versuche ich einen Zugang zu Yes zu bekommen. Für jemanden, der dem Progressiv-Rock recht zugetan ist, nicht verwunderlich. Yes ist in diesem Genre eine absolute Institution. Ich war von Yes' virtuosem Spiel und den ausgeklügelten Melodieläufen schon immer sehr fasziniert. Die ersten Takte des Eröffnungs-Riffs von "Owner Of A Lonely Heart" hatten mich sofort gepackt, während ich es als 13-jähriger Milchbart im Radio hörte.
Allerdings bergen insbesondere die stilprägenden Frühwerke der 1970er Jahre einen hohen Nervfaktor für mich. Bei Platten wie "Fragile" oder "Relayer", wo echte Fans mit der Zunge schnalzen, habe ich immer irgendwann entnervt aufgegeben. Und so kommt es, dass ich bis jetzt noch kein Yes-Album wirklich durch gehört hatte, geschweige denn eins im Schrank habe. Dieses ausufernde Gefrickele ging mir immer sehr schnell auf den Keks.
In dieser Woche habe ich mal wieder in mehrstündigen Sessions den Yes-Backkatalog beackert. Dabei bin ich ausgerechnet bei "Big Generator" hängen geblieben, ... ausgerechnet bei jenem Album, was von eingefleischten Yes-Fans massiv verrissen wird. Zu mainstreamig, zu glatt, zu kommerziell, einfallslos, ohne Tiefgang - sind alles Prädikate die diesem Album anhaften. Tatsache ist, dass "Big Generator" mich als erstes Yes-Album mal so fesseln konnte, dass ich es komplett durch gehört habe. Glücklicherweise muss ich das keinem Yes-Fan erklären. ;-) ... und so werde ich mit diesem Album die bisher klaffende Lücke in meinem Schrank füllen. Weitere Alben haben sich schon empfohlen. Aber dazu irgendwann in einer anderen Woche mehr.
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04 Juli 2024
Protector - "Golem" (1988)
In dieser Woche habe ich mich mal wieder von einer nostalgischen Stimmung übermannen lassen. Das Album "Golem" der deutschen Thrash-Instanz Protector hatte ich mir vor genau 35 Jahren als Kauf-Kassette von unserer Abi-Klassenfahrt aus Ungarn mitgebracht. Die Kassette existiert schon lange nicht mehr. ... sehr zu meinem Leidwesen, .... und da mußte jetzt endlich mal würdiger Ersatz her! Natürlich in schwarzem Vinyl.
"Golem" halte ich für eines der besten Thrashalben überhaupt. Für mich war es immer schon ein Rätsel, dass Protector nie die Popularität von z.B. Kreator oder Tankard erreicht haben. Es ist über die Maßen beeindruckend, wie die Jungs gleich mit dem Opener "Delirium Tremens" zeigen wo der Hammer hängt. ... und so reiht sich quasi Hit an Hit bis sie sich zum großen Finale "Space Cake" durchgeprügelt haben. Dabei ist "Space Cake" dann wirklich der krönende Abschluß mit einem echten Augenzinkern und Schmunzeln auf den Lippen: "Eat the space cake and feel better, fly into the fourth dimension!"
In diesem Sinne: Ein schönes Wochenende!
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29 Juni 2024
Giant Lungs - "Giant Lungs" (2023)
"Giant Lungs" ist mein Neuzugang in dieser Woche. Es brauchte wieder mal nur drei Takte damit Band und Album mich gepackt hatten. Aufmerksam wurde ich durch Facebook mit einem Konzerthinweis irgendwo in Süddeutschland. Dabei war das ungewöhnliche Cover-Motiv das erste, was mich neugierig werden ließ. Es erinnerte mich stark an The Black Cat´s Eye. Würde mich wundern, wenn dort nicht der selbe Grafiker seine Hand im Spiel hätte.
Jedenfalls kommen Giant Lungs aus Augsburg und machen einen ganze starken Mix aus Stoner-, Fuzz- und Dessert-Rock. Wer, wie ich, mit den Truckfighters was anfangen kann wird hier bestens bedient. Dabei wurden Giant Lungs erst 2022 gegründet und legten bereits 2023 mit diesem selbstbetitelten Album ihre erste Veröffentlichung hin. - und was für eine! Ziemlich sicher werde ich mit den Jungs noch sehr viel Spaß haben!
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21 Juni 2024
Venom - "Black Metal" (1982)
In einem Anflug von Nostalgie habe ich mir in dieser Woche die "Black Metal" als 40th Anniversary Edition in den Schrank gestellt. Ich kann gar nicht genau sagen, wieso ich diese gerade auf dem Schirm hatte. Jedenfalls schoss es mir direkt durch den Kopf, dass ich in meiner Sturm- und Drang-Zeit mal eine abgeranzte 90min-TDK-Kassette besessen hatte, auf dessen A-Seite das Venom-Debüt "Welcome To Hell" und auf der B-Seite "Black Metal" aufgespielt war. Eine Raubkopie über fünf Ecken so zu sagen. Mit Fug und Recht kann ich behaupten, dass jene Kassette, mithin eben jene beiden Venom-Alben, meinen Musikgeschmack nachhaltig geprägt haben. Hier bin ich ganz klar zur schwarzmetallischen Richtung abgebogen. Der Begriff "Black Metal" war zu jener Zeit noch gar nicht gebräuchlich, aber sicherlich hat eben jenes Album musikalisch dazu beigetragen, einem ganzen Sub-Genre seinen Namen aufzudrücken. Venom war für mich damals aber auch eine Band die tatsächlich musikalische Eigenständigkeit besaß. Soundmäßig keineswegs glattgeschliffen, wie man es teilweise von den Standard-Bands des Hard Rock/Heavy Metal kannte. Soundmäßig rumpelte das ganz ordentlich und textmäßig ging es um Hexen, Teufel, Satan und die Hölle. Sehr schick für einen 15-jährigen Bengel der anders sein wollte. Dabei haben Venom diesen ganzen Evil-Kult um sich immer mit einem guten Maß an Augenzwinkern absolviert, um sich nicht allzu ernst zu nehmen. Nichts ist schlimmer als diesen ganzen Schwarzen-Messe-Kram so zu zellebrieren, dass es unfreiwillig komisch wirkt. Diesen Spagat haben Venom immer gut hinbekommen.
Mit besagter Musik-Kassette schlugen die ersten beiden Venom-Alben "Welcome To Hell" und "Black Metal" gleichzeitig bei mir ein. Allerdings gefiel mir "Black Metal" immer einen Tick besser. Songstrukturen, Melodien und Sound klangen reifer. (Wenn man hier von Melodie, Sound und Struktur im Zusammenhang mit Reife überhaupt sprechen kann ;-))). Neben dem Titeltrack sind einige Songs auf der Platte, die ich bis heute aus dem Stand mit grölen kann, zu nennen auf jeden Fall "To Hell And Back", "Buried Alive", "Raise The Dead", "Sacrifice" und natürlich (Introduction zu) "At War With Satan", dem Venom ja später eine ganze LP gewidmet hat.
Im späteren Verlauf gab es noch einige Glanzscheiben wie "Possessed", "At War with Satan" oder "Cast In Stone" aber wie so oft, war auch die Geschichte von Venom musikalisch für mich irgendwann zu Ende erzählt und ich verlor das weitere Interesse. Vor einigen Jahren hatte ich aber nochmal das Glück Venom auf dem Party.San-Festival live zu sehen. Allerdings war das Set eher enttäuschend. Sauber runterspielt, aber eher langweilig ohne mitreißende Impulse.
Jetzt wo ich gerade etwas ins Plaudern gekommen bin, fällt mir gerade ein, dass das Album-Cover der "Black Metal" als Backpatch sogar den Rücken meiner Kutte ziert (die mir schon längst nicht mehr paßt ;-))). Also wenn das kein Grund für eine Nominierung zum "Album der Woche" ist, dann weiß ich es auch nicht!
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