29 Juni 2024

Giant Lungs - "Giant Lungs" (2023)

"Giant Lungs" ist mein Neuzugang in dieser Woche. Es brauchte wieder mal nur drei Takte damit Band und Album mich gepackt hatten. Aufmerksam wurde ich durch Facebook mit einem Konzerthinweis irgendwo in Süddeutschland. Dabei war das ungewöhnliche Cover-Motiv das erste, was mich neugierig werden ließ. Es erinnerte mich stark an The Black Cat´s Eye. Würde mich wundern, wenn dort nicht der selbe Grafiker seine Hand im Spiel hätte. 

Jedenfalls kommen Giant Lungs aus Augsburg und machen einen ganze starken Mix aus Stoner-, Fuzz- und Dessert-Rock. Wer, wie ich, mit den Truckfighters was anfangen kann wird hier bestens bedient. Dabei wurden Giant Lungs erst 2022 gegründet und legten bereits 2023 mit diesem selbstbetitelten Album ihre erste Veröffentlichung hin. - und was für eine! Ziemlich sicher werde ich mit den Jungs noch sehr viel Spaß haben!


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21 Juni 2024

Venom - "Black Metal" (1982)

In einem Anflug von Nostalgie habe ich mir in dieser Woche die "Black Metal" als 40th Anniversary Edition in den Schrank gestellt. Ich kann gar nicht genau sagen, wieso ich diese gerade auf dem Schirm hatte. Jedenfalls schoss es mir direkt durch den Kopf, dass ich in meiner Sturm- und Drang-Zeit mal eine abgeranzte 90min-TDK-Kassette besessen hatte, auf dessen A-Seite das Venom-Debüt "Welcome To Hell" und auf der B-Seite "Black Metal" aufgespielt war. Eine Raubkopie über fünf Ecken so zu sagen. Mit Fug und Recht kann ich behaupten, dass jene Kassette, mithin eben jene beiden Venom-Alben, meinen Musikgeschmack nachhaltig geprägt haben. Hier bin ich ganz klar zur schwarzmetallischen Richtung abgebogen. Der Begriff "Black Metal" war zu jener Zeit noch gar nicht gebräuchlich, aber sicherlich hat eben jenes Album musikalisch dazu beigetragen, einem ganzen Sub-Genre seinen Namen aufzudrücken. Venom war für mich damals aber auch eine Band die tatsächlich musikalische Eigenständigkeit besaß. Soundmäßig keineswegs glattgeschliffen, wie man es teilweise von den Standard-Bands des Hard Rock/Heavy Metal kannte. Soundmäßig rumpelte das ganz ordentlich und textmäßig ging es um  Hexen,  Teufel, Satan und die Hölle. Sehr schick für einen 15-jährigen Bengel der anders sein wollte. Dabei haben Venom diesen ganzen Evil-Kult um sich immer mit einem guten Maß an Augenzwinkern absolviert, um sich nicht allzu ernst zu nehmen. Nichts ist schlimmer als diesen ganzen Schwarzen-Messe-Kram so zu zellebrieren, dass es unfreiwillig komisch wirkt. Diesen Spagat haben Venom immer gut hinbekommen. 

Mit besagter Musik-Kassette schlugen die ersten beiden Venom-Alben "Welcome To Hell" und "Black Metal" gleichzeitig bei mir ein. Allerdings gefiel mir "Black Metal" immer einen Tick besser. Songstrukturen, Melodien und Sound klangen reifer. (Wenn man hier von Melodie, Sound und Struktur im Zusammenhang mit Reife überhaupt  sprechen kann ;-))). Neben dem Titeltrack sind einige Songs auf der Platte, die ich bis heute aus dem Stand mit grölen kann, zu nennen auf jeden Fall "To Hell And Back", "Buried Alive", "Raise The Dead", "Sacrifice" und natürlich (Introduction zu) "At War With Satan", dem Venom ja später eine ganze LP gewidmet hat.

Im späteren Verlauf gab es noch einige Glanzscheiben wie "Possessed", "At War with Satan" oder "Cast In Stone" aber wie so oft, war auch die Geschichte von Venom musikalisch für mich irgendwann zu Ende erzählt und ich verlor das weitere Interesse. Vor einigen Jahren hatte ich aber nochmal das Glück Venom auf dem Party.San-Festival live zu sehen. Allerdings war das Set eher enttäuschend. Sauber runterspielt, aber eher langweilig ohne mitreißende Impulse. 

Jetzt wo ich gerade etwas ins Plaudern gekommen bin, fällt mir gerade ein, dass das Album-Cover der "Black Metal" als Backpatch sogar den Rücken meiner Kutte ziert (die mir schon längst nicht mehr paßt ;-))).  Also wenn das kein Grund für eine Nominierung zum "Album der Woche" ist, dann weiß ich es auch nicht!


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15 Juni 2024

Supertramp - "Breakfast In America" (1979)

Mein "Album dieser Woche" hat sich weltweit rund 21 Millionen mal verkauft, ist daher in jeder besseren Sammlung zu finden und man braucht eigentlich nicht viele Worte darüber zu verlieren, weil's sowieso jeder kennt. 

Als musikalisches Kind der 1980er Jahre, kam ich an Supertramp damals nicht vorbei. Obgleich ich eigentlich härtere Spielarten der Rockmusik bevorzugte, faszinierte mich an Supertramp ihr ganz eigener Stil. Die satte Instrumentierung, ausgeklügelte und komplexe Songstrukturen, der deutliche Gesang von Rick Davis und Roger Hodgson, ... mit all dem hoben sie sich aus der breiten Masse der damaligen Pop-Musik  ab. Über weite Strecken würde man Supertramp wohl heute dem Progressiv Rock zuordnen, was ja ohnehin eine meine musikalischen Baustellen ist. 

"Breakfast In America" ist mein einziges Supertramp-Album. Leider dreht sich meine Pressung heute nur noch sehr selten und geht häufig bei dem ganzen anderen Zeug unter. Wenn ich's recht überlege, gehört die Platte eigentlich auch meiner Frau. Wir kannten uns noch gar nicht lange und haben auch noch nicht zusammen gewohnt, ... muss also Anfang der 2000er gewesen sein, dass ich die Platte meiner Frau bei einem Flohmarktbesuch aufgeschwatzt habe. Ich selbst hatte davon nur eine Amiga-Kauf-Kassette, die auch schon längst nicht mehr existiert. 

Na ja, ... schön, dass dieser Klassiker in diese Woche mal wieder den Weg auf meinen Dreher gefunden hat. Solche Spontaneingebungen mag ich!


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08 Juni 2024

NENA - "Cover Me" (2007)

Vorliegendes Album habe ich in dieser Woche aus meiner Kuriositäten-Ecke gekramt. Über NENA als Künstlerin brauche ich hier nicht viele Worte verlieren. Als Pop-Ikone der 80er Jahre begleitet mich NENA seit ich mich begonnen habe, für Musik zu interessieren. Wobei ich nie ein riesiger Fan war. Es war eher so, dass ich an NENA nie vorbei kam, sei es weil es damals Anfang/ Mitte der 1980er Jahre in jeder Disco lief und andauernd im Radio gespielt wurde ... oder meine erste große Liebe NENA-Fan war. Heute finden meine Kinder Songs wie "99 Luftballons" toll. ... und so ist NENA eben auch in meinem Platten-& CD-Schrank präsent. 

Vorliegendes Album "Cover Me" ist in sofern kurios, weil sich Frau Kerner hier an ihren eigenen Idolen musikalisch abarbeitet. ... und das tut sie, indem sie die Songs anderer Künstler nicht nur nach singt, sondern auf ihre spezielle "NENA-Art" neu interpretiert. Dabei handelt es sich nach eigenen Angaben sämtlichst um Songs, die "etwas in ihr bewegen", zu denen "es eine intensive Beziehung" gibt.  Erstaunlicherweise kann ich mit den hier neu interpretierten Künstlern und Songs auch sehr gut was anfangen. "Cover Me" ist eine Doppel-CD. Die erste CD beschäftigt sich ausnahmslos mit deutschen Songs wie z. B. von Udo Lindenberg, Ulla Meineke, DAF, IDEAL, um mal einige zu nennen. Auf der zweiten CD sind ausnahmslos englischsprachige Songs von z. B. den Rollings Stones, David Bowie, The Cure, T-Rex oder Peter Gabriel vertreten. Selbst vor Pink Floyd macht NENA nicht halt. Was zunächst wie Blasphemie anmutet, entpupt sich tatsächlich als sehr gekonnte Homage. Von daher hat dieses Album seine absolute Daseinsberechtigung und ich bin froh es zu haben. 

(Das Album gibt es leider weder auf Spotify noch auf Youtube als Stream. Da hilft im Zweifel nur selbst kaufen. Bei eBay und Medimops gibt's noch ein paar preiswerte Exemplare ;-) ) 

01 Juni 2024

Slomosa - "Slomosa" (2020)

In dieser Woche bin ich auf dem Freak Valley Festival in Siegen-Netphen, dem wohl bekanntesten Festival für Stoner-, Desert- und Psychadalic-Rock in Deutschland. Klar, dass ich mir von hier auch ein paar nette "Souvenirs" mitbringe ... und natürlich kommt auch das Album dieser Woche von hier. 

Slomosa habe ich auf dem Schirm, seit ich das LineUp dieses tollen Festivals im letzten Jahr mal "durchgearbeitet" habe. Bei einheimischen Plattendealern war das Album allerdings sündhaft teuer und über Bandcamp bzw. über die Band selbst kommen noch Versandkosten aus Norwegen dazu, die auch ordentlich zu Buche schlagen. Die preiswerteste Bezugsquelle ist damit der Merchstand auf dem Festival. 

"Slomosa" ist bisher das einzige Album dieser norwegischen Band. Es hat mich bereits nach den ersten drei Takten gepackt. ... und das ist das Einzige was zählt!

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Einen Stream des Konzerts auf dem Freak Valley gibt's hier.




25 Mai 2024

Burzum - "Filosofem" (1996)

Das Album dieser Woche habe ich gestern bestellt, obwohl ich es schon sehr lange auf dem Schirm habe. Für mich ist "Filosofem" ein Prototyp eines sehr typischen Black-Metal-Albums, welches die Vielfältigkeit dieses Genres sehr überzeugend darlegt. Dabei bin ich mir der Problematik um die Band Burzum  absolut bewußt. 

Burzum ist das Ein-Mann-Projekt von Varg Vikernes, der Anfang der 1990er Jahre in Norwegen mehrere Kirchen niedergebrannt und seinen damaligen Mayhem-Bandkollegen Euronymous ermordet hat. Soviel zu den geschichtlich und gerichtlich belegten Tatsachen, die sich sehr eindrucksvoll in "Lord Of Chaos" im Spielfilmformat nachschauen lassen. Damit ist hinsichtlich Vikernes' Geisteszustand und seiner Persönlichkeit schon mal ein ziemlich klares Statement gesetzt. Diese Taten sind abscheulich und weder zu tolerieren noch zu akzeptieren und schon mal gar nicht zu glorifizieren. Im weiteren Verlauf wird Varg Vikernes mit seiner Hinwendung zu einer neuheidnischen Weltanschauung auch rechtsradikales Gedankengut vorgeworfen. Tatsächlich ist es nicht an mir Varg Vikernes' Weltanschauung zu be- oder verurteilen, solange sie sich im gesetzlichen und sozialen Rahmen bewegt. Soviel ich weiß, sind gegen Vikernes keine weiteren gerichtlichen Verfahren wegen politischer oder weltanschaulicher Themen anhängig. Auch Vikernes' Veröffentlichungen, sprich alle Burzum-Platten, sind uneingeschränkt zugänglich und frei verkäuflich. Soweit ich das überblicken kann, beschäftigen sich Burzums Songs mit Themen aus der Mythologie, der Interpretation von Märchen, nordischer Kultur und Naturschauspielen. Politische oder gar rassistische Aussagen sind dagegen nicht zu finden. Erstaunlicherweise werde ich allerdings bei der Eingabe des Suchbegriffs "Burzum" bei Facebook direkt darauf hingewiesen, dass dieser Suchbegriff "mit Aktivitäten gefährlicher Personen und Organisationen in Verbindung gebracht werden könnte" und das dies im Weiteren zur Sperrung meines Accounts führen könnte. Selbst das Ignorieren diverser weiterer Drohungen führt mich nicht zu Suchergebnissen die Burzum betreffen. Ich werde mir also sehr gut überlegen, ob ich jemals unter der Rubrik #NowPlaying poste, dass ich gerade eine Burzum-Platte höre. Auch das Tragen eines Burzum-T-Shirts dürfte einem gesellschaftlichen Selbstmord gleich kommen. ... und genau hier habe ich ein Problem: Solang nicht ein Richter sagt, dass ich bestimmte Sachen nicht tun darf, sollte sich das auch niemand anderes anmaßen oder mich gar dafür verurteilen. Das ist mein Grundverständnis von Freiheit und Toleranz und die offensichtliche Missachtung dieser Grundprinzipien durch diese gesellschaftliche Zensur, die sich hier eingebürgert hat, geht mir absolut gegen den Strich! 

Spätestens seit Venoms "At War With Satan" bin ich der schwarz-metallischen Kunst durchaus sehr zugetan. Dabei beeindruckt mich weniger das wütende, hochstimmige Gekeife und schnelle Geknüppele mancher Genre-Vertreter sondern die unglaubliche musikalische Vielfalt, die im Black Metal steckt. ... und genau hier greift "Filosoferm" an und trifft meinen Nerv genau an der richtigen Stelle. Die ersten drei Songs sind sowas von "Metal": extrem trockene, knarzige Gitarren; extrem verzerrter Gesang (wurde mit dem Mikro eines Headsets aufgenommen); flache, dumpfe Drum und ein Synthesizer im Hintergrund für die düstere Atmosphäre. Das Riffing ist extrem monoton, fast schon langweilig, aber beim genaueren Hinhören und mehreren Durchläufen erschließen sich immer neue Fassetten und Unterspiele, so dass das sehr spannend ist. Am fünften Song "Rundgang ..." scheiden sich die Geister dann völlig. Dieses 25-Minuten-Epos ist dann wohl auch eher ein Ambiente-Stück wie es beispielsweise Brian Eno nicht hätte besser bringen können. Mit Metal hat das dann tatsächlich auch nichts zu tun, wertet diese Platte aber für mich unglaublich auf. Abgeschlossen wird das Album mit "Gebrechlich II", welcher diesen einzigartigen Mix aus düsterem Metal und Ambiente nochmal beeindruckend herausstellt und abrundet. 

Wenn man sich auf dieses Album einläßt und nicht vorverurteilenden Schwachsinn aus unserer Medienlandschaft aufsitzt, wird man hier ein wahres Kunstwerk finden. 


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18 Mai 2024

Daily Thompson - "Chuparosa" (2024)

In dieser Woche küre ich das "Album der Woche" quasi direkt mit Erscheinen. "Chuparosa", das neue Album von Daily Thompson erschien gestern und ich besitze es seit Mittwoch. Wie das? Nun, Daily Thompson spielten ein hervorragendes Set als Vorband zu Brant Björk am Mittwochabend in Bielefeld. Dabei habe ich das neue Album direkt aus den Händen von Mercedes Lalakakis - der Sängerin und Basserin - am Merch-Stand erworben (zwei Tage vor offiziellem Erscheinen!!!).

Daily Thompson habe ich ja schon länger als hervorragende Stoner-Heavy-Psych-Noise-was auch immer- Band  auf dem Schirm. Ihr Vorgänger-Album "God Of Spinoza" gehört zu meinen absoluten Lieblingen. Mercedes Lalakakis äußerte sich sehr gespannt, wie wohl das neue Album ankommen würde. Tatsächlich ist "Chuparosa" ein lupenreines Grunge-Album geworden und damit eher eine Homage an die Größen des Gengres wie Pearl Jam oder Alice In Chains. Dazu habe ich dann auch schon Vorwürfe des Aufgußes von altem Wein in neuen Schläuchen gehört. Kann man natürlich so sehen. Allerdings macht die Band auch keinen Hehl aus ihrem musikalischen Kniefall und erwartet hier sicherlich auch keine Innovations-Preise. Es gibt sicherlich Schlimmeres als sich musikalisch von Pearl Jam oder Alice In Chains inspirieren zu lassen. Schlimm wäre nur, wenn sich Daily Thompson auf diesem Sound ausruhen würden, was aber bei dem musikalischen Potenzial der Band echt nicht zu erwarten ist. ... und so ist "Chuparosa" das was es ist, nämlich ein ziemlich geiles Seattle-Grunge-Ding  mit einer ordentlichen Daily-Thompson-Note. 


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