15 Juni 2024

Supertramp - "Breakfast In America" (1979)

Mein "Album dieser Woche" hat sich weltweit rund 21 Millionen mal verkauft, ist daher in jeder besseren Sammlung zu finden und man braucht eigentlich nicht viele Worte darüber zu verlieren, weil's sowieso jeder kennt. 

Als musikalisches Kind der 1980er Jahre, kam ich an Supertramp damals nicht vorbei. Obgleich ich eigentlich härtere Spielarten der Rockmusik bevorzugte, faszinierte mich an Supertramp ihr ganz eigener Stil. Die satte Instrumentierung, ausgeklügelte und komplexe Songstrukturen, der deutliche Gesang von Rick Davis und Roger Hodgson, ... mit all dem hoben sie sich aus der breiten Masse der damaligen Pop-Musik  ab. Über weite Strecken würde man Supertramp wohl heute dem Progressiv Rock zuordnen, was ja ohnehin eine meine musikalischen Baustellen ist. 

"Breakfast In America" ist mein einziges Supertramp-Album. Leider dreht sich meine Pressung heute nur noch sehr selten und geht häufig bei dem ganzen anderen Zeug unter. Wenn ich's recht überlege, gehört die Platte eigentlich auch meiner Frau. Wir kannten uns noch gar nicht lange und haben auch noch nicht zusammen gewohnt, ... muss also Anfang der 2000er gewesen sein, dass ich die Platte meiner Frau bei einem Flohmarktbesuch aufgeschwatzt habe. Ich selbst hatte davon nur eine Amiga-Kauf-Kassette, die auch schon längst nicht mehr existiert. 

Na ja, ... schön, dass dieser Klassiker in diese Woche mal wieder den Weg auf meinen Dreher gefunden hat. Solche Spontaneingebungen mag ich!


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08 Juni 2024

NENA - "Cover Me" (2007)

Vorliegendes Album habe ich in dieser Woche aus meiner Kuriositäten-Ecke gekramt. Über NENA als Künstlerin brauche ich hier nicht viele Worte verlieren. Als Pop-Ikone der 80er Jahre begleitet mich NENA seit ich mich begonnen habe, für Musik zu interessieren. Wobei ich nie ein riesiger Fan war. Es war eher so, dass ich an NENA nie vorbei kam, sei es weil es damals Anfang/ Mitte der 1980er Jahre in jeder Disco lief und andauernd im Radio gespielt wurde ... oder meine erste große Liebe NENA-Fan war. Heute finden meine Kinder Songs wie "99 Luftballons" toll. ... und so ist NENA eben auch in meinem Platten-& CD-Schrank präsent. 

Vorliegendes Album "Cover Me" ist in sofern kurios, weil sich Frau Kerner hier an ihren eigenen Idolen musikalisch abarbeitet. ... und das tut sie, indem sie die Songs anderer Künstler nicht nur nach singt, sondern auf ihre spezielle "NENA-Art" neu interpretiert. Dabei handelt es sich nach eigenen Angaben sämtlichst um Songs, die "etwas in ihr bewegen", zu denen "es eine intensive Beziehung" gibt.  Erstaunlicherweise kann ich mit den hier neu interpretierten Künstlern und Songs auch sehr gut was anfangen. "Cover Me" ist eine Doppel-CD. Die erste CD beschäftigt sich ausnahmslos mit deutschen Songs wie z. B. von Udo Lindenberg, Ulla Meineke, DAF, IDEAL, um mal einige zu nennen. Auf der zweiten CD sind ausnahmslos englischsprachige Songs von z. B. den Rollings Stones, David Bowie, The Cure, T-Rex oder Peter Gabriel vertreten. Selbst vor Pink Floyd macht NENA nicht halt. Was zunächst wie Blasphemie anmutet, entpupt sich tatsächlich als sehr gekonnte Homage. Von daher hat dieses Album seine absolute Daseinsberechtigung und ich bin froh es zu haben. 

(Das Album gibt es leider weder auf Spotify noch auf Youtube als Stream. Da hilft im Zweifel nur selbst kaufen. Bei eBay und Medimops gibt's noch ein paar preiswerte Exemplare ;-) ) 

01 Juni 2024

Slomosa - "Slomosa" (2020)

In dieser Woche bin ich auf dem Freak Valley Festival in Siegen-Netphen, dem wohl bekanntesten Festival für Stoner-, Desert- und Psychadalic-Rock in Deutschland. Klar, dass ich mir von hier auch ein paar nette "Souvenirs" mitbringe ... und natürlich kommt auch das Album dieser Woche von hier. 

Slomosa habe ich auf dem Schirm, seit ich das LineUp dieses tollen Festivals im letzten Jahr mal "durchgearbeitet" habe. Bei einheimischen Plattendealern war das Album allerdings sündhaft teuer und über Bandcamp bzw. über die Band selbst kommen noch Versandkosten aus Norwegen dazu, die auch ordentlich zu Buche schlagen. Die preiswerteste Bezugsquelle ist damit der Merchstand auf dem Festival. 

"Slomosa" ist bisher das einzige Album dieser norwegischen Band. Es hat mich bereits nach den ersten drei Takten gepackt. ... und das ist das Einzige was zählt!

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Einen Stream des Konzerts auf dem Freak Valley gibt's hier.




25 Mai 2024

Burzum - "Filosofem" (1996)

Das Album dieser Woche habe ich gestern bestellt, obwohl ich es schon sehr lange auf dem Schirm habe. Für mich ist "Filosofem" ein Prototyp eines sehr typischen Black-Metal-Albums, welches die Vielfältigkeit dieses Genres sehr überzeugend darlegt. Dabei bin ich mir der Problematik um die Band Burzum  absolut bewußt. 

Burzum ist das Ein-Mann-Projekt von Varg Vikernes, der Anfang der 1990er Jahre in Norwegen mehrere Kirchen niedergebrannt und seinen damaligen Mayhem-Bandkollegen Euronymous ermordet hat. Soviel zu den geschichtlich und gerichtlich belegten Tatsachen, die sich sehr eindrucksvoll in "Lord Of Chaos" im Spielfilmformat nachschauen lassen. Damit ist hinsichtlich Vikernes' Geisteszustand und seiner Persönlichkeit schon mal ein ziemlich klares Statement gesetzt. Diese Taten sind abscheulich und weder zu tolerieren noch zu akzeptieren und schon mal gar nicht zu glorifizieren. Im weiteren Verlauf wird Varg Vikernes mit seiner Hinwendung zu einer neuheidnischen Weltanschauung auch rechtsradikales Gedankengut vorgeworfen. Tatsächlich ist es nicht an mir Varg Vikernes' Weltanschauung zu be- oder verurteilen, solange sie sich im gesetzlichen und sozialen Rahmen bewegt. Soviel ich weiß, sind gegen Vikernes keine weiteren gerichtlichen Verfahren wegen politischer oder weltanschaulicher Themen anhängig. Auch Vikernes' Veröffentlichungen, sprich alle Burzum-Platten, sind uneingeschränkt zugänglich und frei verkäuflich. Soweit ich das überblicken kann, beschäftigen sich Burzums Songs mit Themen aus der Mythologie, der Interpretation von Märchen, nordischer Kultur und Naturschauspielen. Politische oder gar rassistische Aussagen sind dagegen nicht zu finden. Erstaunlicherweise werde ich allerdings bei der Eingabe des Suchbegriffs "Burzum" bei Facebook direkt darauf hingewiesen, dass dieser Suchbegriff "mit Aktivitäten gefährlicher Personen und Organisationen in Verbindung gebracht werden könnte" und das dies im Weiteren zur Sperrung meines Accounts führen könnte. Selbst das Ignorieren diverser weiterer Drohungen führt mich nicht zu Suchergebnissen die Burzum betreffen. Ich werde mir also sehr gut überlegen, ob ich jemals unter der Rubrik #NowPlaying poste, dass ich gerade eine Burzum-Platte höre. Auch das Tragen eines Burzum-T-Shirts dürfte einem gesellschaftlichen Selbstmord gleich kommen. ... und genau hier habe ich ein Problem: Solang nicht ein Richter sagt, dass ich bestimmte Sachen nicht tun darf, sollte sich das auch niemand anderes anmaßen oder mich gar dafür verurteilen. Das ist mein Grundverständnis von Freiheit und Toleranz und die offensichtliche Missachtung dieser Grundprinzipien durch diese gesellschaftliche Zensur, die sich hier eingebürgert hat, geht mir absolut gegen den Strich! 

Spätestens seit Venoms "At War With Satan" bin ich der schwarz-metallischen Kunst durchaus sehr zugetan. Dabei beeindruckt mich weniger das wütende, hochstimmige Gekeife und schnelle Geknüppele mancher Genre-Vertreter sondern die unglaubliche musikalische Vielfalt, die im Black Metal steckt. ... und genau hier greift "Filosoferm" an und trifft meinen Nerv genau an der richtigen Stelle. Die ersten drei Songs sind sowas von "Metal": extrem trockene, knarzige Gitarren; extrem verzerrter Gesang (wurde mit dem Mikro eines Headsets aufgenommen); flache, dumpfe Drum und ein Synthesizer im Hintergrund für die düstere Atmosphäre. Das Riffing ist extrem monoton, fast schon langweilig, aber beim genaueren Hinhören und mehreren Durchläufen erschließen sich immer neue Fassetten und Unterspiele, so dass das sehr spannend ist. Am fünften Song "Rundgang ..." scheiden sich die Geister dann völlig. Dieses 25-Minuten-Epos ist dann wohl auch eher ein Ambiente-Stück wie es beispielsweise Brian Eno nicht hätte besser bringen können. Mit Metal hat das dann tatsächlich auch nichts zu tun, wertet diese Platte aber für mich unglaublich auf. Abgeschlossen wird das Album mit "Gebrechlich II", welcher diesen einzigartigen Mix aus düsterem Metal und Ambiente nochmal beeindruckend herausstellt und abrundet. 

Wenn man sich auf dieses Album einläßt und nicht vorverurteilenden Schwachsinn aus unserer Medienlandschaft aufsitzt, wird man hier ein wahres Kunstwerk finden. 


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18 Mai 2024

Daily Thompson - "Chuparosa" (2024)

In dieser Woche küre ich das "Album der Woche" quasi direkt mit Erscheinen. "Chuparosa", das neue Album von Daily Thompson erschien gestern und ich besitze es seit Mittwoch. Wie das? Nun, Daily Thompson spielten ein hervorragendes Set als Vorband zu Brant Björk am Mittwochabend in Bielefeld. Dabei habe ich das neue Album direkt aus den Händen von Mercedes Lalakakis - der Sängerin und Basserin - am Merch-Stand erworben (zwei Tage vor offiziellem Erscheinen!!!).

Daily Thompson habe ich ja schon länger als hervorragende Stoner-Heavy-Psych-Noise-was auch immer- Band  auf dem Schirm. Ihr Vorgänger-Album "God Of Spinoza" gehört zu meinen absoluten Lieblingen. Mercedes Lalakakis äußerte sich sehr gespannt, wie wohl das neue Album ankommen würde. Tatsächlich ist "Chuparosa" ein lupenreines Grunge-Album geworden und damit eher eine Homage an die Größen des Gengres wie Pearl Jam oder Alice In Chains. Dazu habe ich dann auch schon Vorwürfe des Aufgußes von altem Wein in neuen Schläuchen gehört. Kann man natürlich so sehen. Allerdings macht die Band auch keinen Hehl aus ihrem musikalischen Kniefall und erwartet hier sicherlich auch keine Innovations-Preise. Es gibt sicherlich Schlimmeres als sich musikalisch von Pearl Jam oder Alice In Chains inspirieren zu lassen. Schlimm wäre nur, wenn sich Daily Thompson auf diesem Sound ausruhen würden, was aber bei dem musikalischen Potenzial der Band echt nicht zu erwarten ist. ... und so ist "Chuparosa" das was es ist, nämlich ein ziemlich geiles Seattle-Grunge-Ding  mit einer ordentlichen Daily-Thompson-Note. 


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11 Mai 2024

Godsleep - "Coming Of Age" (2018)

Das Album dieser Woche nominiert sich wieder mal aufgrund eines denkwürdigen Konzertbesuches. Die griechische Stoner-Rockband Godsleep spielte am Dienstag im Forum in Bielefeld. Wobei Stoner als Stilbeschreibung für die Musik der Band hier ganz klar zu kurz greift. Godsleep bedienen genauso den doomigen Metalbereich und brechen sogar hin und wieder sehr ordentlich ins Noisige aus.  Dabei zelebriert die "hyperaktive" Sängerin Anne Makris live eine One-"Women"-Show und hält ihre drei männlichen Mitstreiter an Gitarre, Bass und Schlagzeug eher im Hintergrund, was denen ganz Recht zu sein scheint. Anne Makaris erinnert mich in ihrem Wesen ein wenig an Sandra Nasic von den Guano Apes. Jedenfalls war das Konzert eine absolute Wucht!

Godsleep kenne ich vom LineUp des diesjährigen Freak Valley Festivals, für das ich Karten ergattern konnte. Entsprechend habe ich mich im Vorfeld ein wenig mit den Bands beschäftigt, die dort auftreten werden. Godsleep wird für mich persönlich einer der Hauptacts werden. Der musikalische Stil trifft meinen Nerv ziemlich genau. 

Das Album "Coming Of Age" ist das mittlere von dreien. Das Debüt "Thousend Sons Of Sleep" von 2010 kenne ich nicht. Die aktuelle Platte "Lies To Survive" von 2023 war mein eigentlicher Favourit. Als ich dann aber zum Merch-Stand der Band kam, griff ich schlichtweg zum falschen Album. Ein Glücksfall wie sich rausstellte. "Coming Of Age" ist nämlich ansonsten mittlerweile vergriffen, so dass ich hier wohl eins der letzten Exemplare ergattern konnte. In der Summe ist "Coming Of Age" stoniger als "Lies To Survive", welches wesentlich noisiger und moderner daher kommt. Beide Platten haben ihren Reiz, so dass ich meinen "Fehler" dadurch kompensiert habe, direkt "Lies To Survive" hinterher zu bestellen. Aber dazu vielleicht mal in einem späteren Blog-Eintrag. 

Erstmal freue ich mich riesig auf Wiedersehen beim Freak Valley Festival am letzten Mai-Wochenende. 



01 Mai 2024

Eric Clapton - "Unplugged" (1992)

Ich liebe Unplugged, ... also Musik, der wirklich der Stecker gezogen wurde - Musik, die mit rein akustischen Instrumenten interpretiert wird. Für mich ist das Musik in Reinform. 

Vorliegendes Unplugged-Album ist für mich eines der Besten seiner Art. Zum Künstler selbst - Eric Clapton "Mr. Slowhand" braucht nichts weiter gesagt werden. Er prägt seit Jahrzehnten mit unzähligen Songs die Rock- und Blues-Musik und beherrscht sein Instrument - die Gitarre, erst recht die Akustik-Gitarre, wie es nur wenige können. Dazu eine weiche, runde Stimme - beruhigend, einschmeichelnd, sanft - also im wahrsten Sinne akustisch. Damit haben wir die besten Zutaten für "handgemachte" Musik überhaupt. ... und seine Stärken spielt Meister Clapton auf vorliegendem Album voll aus. Dazu kommt eine großartige Aufnahme und Produktion der Platte. Glücklicherweise habe ich hier auch eine 1A-Pressung erwischt. Man hört tatsächlich das Anschlagen und Schwingen der Gitarren-Saiten sowie das leichte Scratchen der Finger beim Umgreifen auf dem Griffbrett. Phantastisch! Dazu kommt die Auswahl der Titel: Songs wie "Tears In Heaven",  "Layla" oder "Old Love" treiben mir schon in ihrern normalen Studioversionen das Pippi in die Augen, - in ihren akustischen Versionen ist dann alles zu spät! ... und so muss Musik sein: Musik muss wirken, ... sie muss irgendwas in mir auslösen, sonst brauche ich sie nicht!


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