01 Mai 2024

Eric Clapton - "Unplugged" (1992)

Ich liebe Unplugged, ... also Musik, der wirklich der Stecker gezogen wurde - Musik, die mit rein akustischen Instrumenten interpretiert wird. Für mich ist das Musik in Reinform. 

Vorliegendes Unplugged-Album ist für mich eines der Besten seiner Art. Zum Künstler selbst - Eric Clapton "Mr. Slowhand" braucht nichts weiter gesagt werden. Er prägt seit Jahrzehnten mit unzähligen Songs die Rock- und Blues-Musik und beherrscht sein Instrument - die Gitarre, erst recht die Akustik-Gitarre, wie es nur wenige können. Dazu eine weiche, runde Stimme - beruhigend, einschmeichelnd, sanft - also im wahrsten Sinne akustisch. Damit haben wir die besten Zutaten für "handgemachte" Musik überhaupt. ... und seine Stärken spielt Meister Clapton auf vorliegendem Album voll aus. Dazu kommt eine großartige Aufnahme und Produktion der Platte. Glücklicherweise habe ich hier auch eine 1A-Pressung erwischt. Man hört tatsächlich das Anschlagen und Schwingen der Gitarren-Saiten sowie das leichte Scratchen der Finger beim Umgreifen auf dem Griffbrett. Phantastisch! Dazu kommt die Auswahl der Titel: Songs wie "Tears In Heaven",  "Layla" oder "Old Love" treiben mir schon in ihrern normalen Studioversionen das Pippi in die Augen, - in ihren akustischen Versionen ist dann alles zu spät! ... und so muss Musik sein: Musik muss wirken, ... sie muss irgendwas in mir auslösen, sonst brauche ich sie nicht!


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27 April 2024

Helmet - "Betty" (1994)

Das Album dieser Woche ist mir beim bewussten Stöbern nach etwas Hörbarem in die Hände gefallen. "Betty" ist das einzige Album von Helmet, welches ich besitze. Ansonsten ist die musikalische Entwicklung der Band an mir auch komplett vorbei gegangen. Das mag vielleicht daran liegen, dass der Sound von Helmet für mich nicht genügend Eigenständigkeit besitzt. Beschrieben wird das Ganze mit "Alternative-Metal" oder "Post-Hardcore". Dabei ist der Wiedererkennungseffekt nicht unbedingt gegeben. Es verwundert beim Hören nicht, dass Helmet um 1990 herum in New York gegründet wurden. Eine typisch amerikanische Band der 1990er Jahre! Es steckt jede Menge "Hatebreed", "Nirvana", "Alice In Chains", "Rage Against The Machine" und "Crowbar" drin, um nur einige zu nennen. Das ändert nichts an der Tatsache, dass "Betty" ein verdammt geiles Album ist und so zu Recht hier auch seine Erwähnung findet. 


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20 April 2024

Ramones - "Rocket To Russia" (1977)

Die Ramones liefen bei mir immer etwas neben der Spur. Früher - als ich noch viel Zeit mit zwei steifen Fingern auf dem Kassettenrekorder vor dem Radio verbracht habe, kannte ich zwar schon einige Songs, wußte aber nicht, dass diese von den Ramones waren. Es war für mich coole Rock'n Roll-Musik, die einfach ein bisschen spät dran war und daher etwas härter und schneller gespielt wurde, als in den 1950ern. Es passte musikalisch ganz gut in meine Pre-Heavy-Metal-Phase rein. Die Songs und Platten der Spät-80er und 1990er-Jahre, die man vieleicht hätte dem Punk zuordnen können, habe ich schlechtweg nicht mitbekommen ... und wenn ich mir diese heute so anhöre, finde ich die auch allenfalls mittelmäßig. 

Richtig wahrgenommen, und bewusst rein gehört, habe ich bei den Ramones tatsächlich erst vor ein paar Jahren, als meine Tochter ein Referat über Punkmusik für die Schule machen mußte. Zu der Zeit habe ich mir auch so eine Anthology-Doppel-CD gekauft. Aber wie das so ist, ... auf solchen Samplern ist dann viel Schrott zwischen, ... und durchgängig tiefgründige und anspruchsvolle Musik haben die Ramones eben nicht gemacht. Jedenfalls fristet der Sampler im Regal ein eher trauriges Dasein. Über die Jahre wurde aber klar, dass ich insbesondere mit den frühen Ramones sehr gut klar komme und sich dabei insbesondere vorliegendes Album "Rocket To Russia" heraus kristallisiert. Daher habe ich es jetzt schon längere Zeit auf meiner Buy-Liste. In dieser Woche habe ich für sehr schmales Geld bei Medimops so eine "2in1"-CD-Box mit "Ramones" und "Rocket To Russia" geschossen. Damit habe ich alles was ich brauche. Allerdings werde ich die Augen noch nach einer brauchbaren Vinyl-Ausgabe offen halten. Der CD-Sound ist mir hier konkret, für diese Art der Musik, etwas zu steril. ... Luxusproblem!

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13 April 2024

Pink Project - "Domino" (1982)

Das Album dieser Woche fällt ganz klar in die Kategorie "Originell". Aufgeschlagen ist es bei der gestrigen Kellersession. Ich hatte mal wieder ganz lieben Besuch aus Dortmund mit entsprechenden Glanzscheiben im Gepäck. 

Wer Songs von Trio, Falco, Deep Purple, Jean Michell Jarre, Allan Parsons und Pink Floyd covert, zusammen mischt und auf ein elektronisch verzerrtes Discoalbum pakt ist entweder total bescheuert, weil er sich in höchste Gefahr begibt, den Zorn der gesammten Rock-Fan-Gemeinde herauf zu beschwören, oder so überzeugend professionell dabei, dass eine Homage an ganz große Songs der Rock- und Pop-Geschichte entsteht und dabei kein Zweifel an der entsprechenden Huldigung aufkommt. Letzteres ist hier der Fall. 

Über die Band und das Projekt weiß ich tatsächlich überhaupt nichts, außer das es in Italien seinen Ursprung hat und damit dem Sub-Genre Italo Disco zuzuordnen wird, aber wen interessiert das schon. Führen wir uns mal kurz vor Augen, dass das vorliegende Album bereits 1982 entstanden ist. Die Neue Deutsche Welle war gerade erst auf ihrem Höhepunkt angelangt. "Da, Da, Da" und der "Kommisar" hatten gerade erst die Hitparaden gestürmt, "The Wall" war erst 1979 bzw. 1980 als Film bzw. Album veröffentlicht worden. Auch die beliehenen Alben von Allen Parsons und Jean Michel Jarre waren gerade ein paar Jahre vorher, nämlich Mitte der 1970er Jahre veröffentlicht worden. Einzig "Smoke On The Water"von Deep Purple hatte schon den gewissen Kultstatus, den einzig die erfolgreiche Zeit, aus Veröffentlichungen überhaupt machen kann. Wahrscheinlich hängt es genau damit zusammen, dass die ausgewählten Songs damals noch recht "frisch" waren und eben nicht auf diesem Sockel standen, die sie heute unantastbar machen. Wer sich heute an solchen Songs zu schaffen macht, darf sich durchaus darauf gefasst machen, als Blashem (Gibt's das Wort überhaupt?) gesteinigt zu werden. Jedenfalls machen auf der einen Seite die respektlose Discointerpretation mit diesen Übermischungen der Songs und die hochproffessionelle Produktion andererseits das Ganze zu einem besonderen Hörerlebnis. Mal sehen, ob sich meine Euphorie so lange hält und so weit geht, dass ich mir das Album wirklich irgendwann in den Schrank stelle. Vorgemerkt ist es jedenfalls.   


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06 April 2024

David Gilmour - "Rattle That Lock" (2015)

Das Album dieser Woche als Rock-Album zu bezeichnen, wäre sicherlich vermessen, auch wenn das Intro “5 A.M.” und der Titelsong noch den Anschein vermitteln. Aber im Folgenden fühlt man sich schon recht oft an Udo Jürgens und den alten Mann am Klavier erinnert. Sehr, sehr selten packt Gilmour hier die Gitarre aus und läßt sie in Floyd-Manier dazwischen schneiden. Statt dessen swingt man sich im 4/4-Takt so durch die Platte. Ich will nicht sagen, dass mir die Platte nicht gefällt, sondern dass sie mir als Alt-Rocker etwas “schwergängig” erscheint. ... und so hatte ich die Scheibe auch nicht direkt mit Erscheinen im Schrank stehen, sondern erst ein paar Monate später zum “Nice Price”. Seit dem höre ich sie regelmäßig (eher selten), um mir selbst darüber klar zu werden, ob ich es mit einem persönlichen Topp- oder Flopp-Album zu tun habe. In dieser Woche habe ich mir erstmals die Texte vorgenommen. Mehrheitlich verfaßt wurden sie von Gilmours Ehefrau Polly Samson. Getreu dem Motto “Ich höre was Du sagst, aber ich versteh' nicht was Du meinst” bringen die mich leider auch nicht weiter. Da ich ja schon in der deutschen Sprache mit lyrischen Texten ein Verständnisproblem habe, hakt's in Englisch dann komplett aus. Also konzentrieren wir uns dann doch lieber wieder auf die reine Musik. Fakt ist: Ich reagiere sehr stimmingsabhängig auf das Album. Eben wo ich die diese Zeilen schreibe, Samstag - früher Morgen, Stille, Ich allein mit einer Tasse Tee und viel Zeit, mich ganz auf die Musik einzulassen: Alben, die bei mir mental etwas auslösen sind einfach toll! ;-) 


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30 März 2024

Acid Moon And The Pregnant Sun - "Speakin' Of The Devil" (2020)

Das Album dieser Woche wurde von Tante Trude höchstpersönlich nominiert. Die war nämlich in dieser Woche mal auf eine Kellersession da. ... und neben warmer Milch mit Honig gab's auch jede Menge coole Musik aus meinem Plattenschrank. So auch Acid Moon And The Pregnant Sun

Über die Band mit dem sehr "einprägsamen" Namen bin ich beim Wildern auf der Website von Tonzonen Records gestolpert. Bei diesem kleinen sympatischen Lable hole ich mir öfter mal Inspirationen. Jedenfalls handelt es sich dabei um eine israelische Band, die 2015 in Tel Aviv gegründet wurde. "Acid Moon and the Pregnant Sun sprechen sich aus für Freiheit, Liebe und Frieden, für Harmonie, Verständnis und Sympathie. Von hier ist es auch nur noch ein kurzer Sprung zu Sex, Drugs and Rock’n’Roll, dem Kitt der Children of the Revolution." Sehr treffend vom Münchener Magazin Curt formuliert. Mehr braucht man im Grunde auch nicht zu wissen. Musikalisch sprechen wir hier von einer sehr coolen Mischung aus Stoner, Psycadelic und Folk im Stile der späten 1960er und 70er ohne dabei angestaubt zu klingen. Im Portal BetreutesProggen.de fällt immer wieder der Begriff "Revival des Summer of Love". Lassen wir das einfach mal so stehen. 


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23 März 2024

"1st + 2nd Psycho Attack Over Europe!" (1985/86)

In dieser Woche hatte ich mal wieder eine Kellersession mit einem guten Freund zum Musik hören, Bier trinken und klönen. Es ergab sich, dass fast ausschließlich Punk-Platten auf dem Dreher lagen. Dabei sind mir dann auch mal wieder die beiden Sampler "Psycho Attack Over Europe!" in die Hände gefallen. Diese habe ich zu meinen Abi-Zeiten als polnische Lizenzpressungen in Dresden im dortigen polnischen Kulturzentrum gekauft. Ob's tatsächlich Punk-Platten sind, mögen Szene-Wächter gern beurteilen und meinetwegen auch anders sehen. Als Punk hab ich's jedenfalls damals gekauft. ... und die ganzen Sub-Genres als Marketingschubladen der Musikindustrie gab es eben noch nicht.  Über die auf den Samplern vertretenen Bands, weiß ich im Grunde nichts, außer dass die Songs unheimlich viel Spaß machen. Wenn ich heute beispielsweise Wikipedia nach den Batmobiles befrage, wird mir als Stilrichtung so etwas wie Psychobilly angezeigt. Bei The Waltons ist es Cow-Punk ... und so weiter. Es ist echt müsig, sich darüber Gedanken zu machen. Fakt ist allerdings, dass sich die Musik durchaus signifikant von dem unterscheidet, was man so von den Sex Pistols und den Dead Kennedys kennt. Am ehesten könnte man noch ein paar Songs von den Ramones heran ziehen. Für mich bilden diese beiden Sampler die ideale musikalische Schnittstelle zwischen dem Rock'n Roll der 1950er Jahre und dem Punk der späten 1970er/80er Jahre. 



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