27 Dezember 2023

Snowy Wight - "Drivin On The 44" (2022)

Letzte Woche des Jahres! Das ist ja schon irgendwie eine besondere Woche. Im vergangenen Jahr habe ich an dieser Stelle Beethovens Neunter gehuldigt. Das könnte man prinzipiell jedes Jahr machen, ist aber doof! Statt dessen habe ich mich dazu entschieden, mir mal darüber Gedanken zu machen, welches Album mich in diesem Jahr am meisten inspiriert hat. Dabei geholfen hat mir, man glaubt es kaum, der Spotify-Jahresrückblick! Da tauchen dort unter meinen Top20 tatsächlich 6 Songs von ein und dem selben Album auf. Grund genug, sich dieses nochmal näher anzuschauen. Wie kam es dazu? Irgendwo hatte ich von der letzten Veröffentlichung von Snowy White gelesen. Snowy White hatte ich bis dahin eigentlich nur als Thin-Lizzy-Gitaristen und Session-Musiker für viele andere Projekte auf dem Schirm, nicht zuletzt für "The Wall" und "Animals" von Pink Floyd. Seine Solo-Alben haben mich aber nicht sonderlich interessiert, sind eben leider in der Masse unter gegangen. Mit dem expliziten Lesens des Artikels in der VISIONS oder MINT, oder wo auch immer war, ist mein Interesse im Sinne von "Was mach der denn heute so?", erwacht. Für solche musikalischen Entdeckungsreisen sind Streamingdienste ja ein echter Segen! Jedenfalls hat mich das Album direkt angesprochen und in der Folgezeit habe ich offensichtlich noch mehrere Male hin gehört. Mehr noch: Plötzlich waren weitere Künstler des Genres in meinen Playlisten omnipräsent: Altmeister Joe Bonamassa, Philip Sayce, Calvin Russell oder Buddy Guy. Das meine ich mit Inspiration! Ohne Snowy White und sein Album "Driving On The 44" gäbe es verschiedene Künstler in meinem musikalischen Dunstkreis nicht und auch die eine oder andere Platte würde in meinem Schrank fehlen. Der Clou: Ich besitze das Album selbst bisher gar nicht. ... und wie ich diese Gedanken so niederschreibe, habe ich das Album soeben bestellt. ;-) 

In diesem Sinne: Ein frohes und glückliches 2024! 



22 Dezember 2023

Bach - "Orgelwerke auf Silbermannorgeln 3" (1966)

Tante Trude hat neues Equipment! Also wurde ich um einen musikalischen Tipp gebeten, womit man die Tieftöner mal richtig an die Arbeit bekommt. Ohne Zögern fiel mir vorliegendes Album dazu ein. Außerdem hatten wir dieses schon mehrfach bei diversen Sonntag-Morgen-Sessions genossen. 

Toccata und Fuge D-Moll ist und bleibt für mich das Bach-Werk schlechthin. Ich bin kein ausgesprochener Klassikfan, aber es gibt einige Stücke die hauen mich regelrecht um. Dieses gehört dazu. Letztlich stelle man sich vor, die Toccata mit E-Gitarren, Bass und Schlagzeug zu spielen. Raus käme lupenreiner Heavy Metal. 

Vorliegende Ausgabe geht zurück auf Aufnahmen von 1960 und 1965, gespielt auf einer Silbermannorgel. Erstveröffentlichung 1966 bei ETERNA. Die Schallplatte selbst habe ich aus dem Fundus meiner Eltern mitgebracht. Die Pressung ist von 1976 und befindet sich wohl seit dem auch in unserem Besitz. Das gute Stück ist also  mittlerweile 47 sprich knapp 50 Jahre alt und läuft tadellos. Aufnahme und Pressung ist ein absoluter Ohrenschmaus. Klarheit und Raumtiefe sind ein Genuß. Die hatten damals echt Ahnung wie man sowas macht.

Nun könnte man trefflich die Frage stellen; Wenn's denn schon unbedingt Bach sein soll, warum dann nicht in der Weihnachtswoche, auch das Weihnachtsoratorium? Die simple Antwort; Das Weihnachtsoratorium ist mir viel zu getragen und schwermütig. Trotz mehrfacher Versuche, habe ich keinen Zugang dazu bekommen. Folgerichtig besitze ich keine Gesamtausgabe davon. Auszugsweise geht das schon mal, aber zweieinhalb Stunden ist das für mich nicht zu ertragen. Bleiben wir also bei vorliegenden Orgelwerken, dann ist der Spuk in einer knappen Stunde vorbei, und festlich genug ist es für das bevorstehende Weihnachtsfest allemal. 


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16 Dezember 2023

Calvin Russel - "A Crack In Time" (1990)

"A Crack In Time" ist der von mir am meisten gehörte Song 2023, zumindest wenn man der Spotify-Statistik glauben mag. Calvin Russel war mir bis in dieses Jahr selbst unbekannt. Im Windschatten von Snowy White und Jon Allen ist mir auch Calvin Russel mit eben jenem Album "A Crack In Time" aufgefallen. Entsprechend haben wir es hier mit einem amerikanischen Singer/ Songwriter zu tun, der seine Wurzeln in einer sehr coolen Mischung aus Country, Blues und Folkrock geschlagen hat. Das Album befindet sich in CD-Form seit dieser Woche in meinem Besitz und avanciert damit auch folgerichtig zum "Album dieser Woche". 



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07 Dezember 2023

Truckfighters - "Gravity X" (2005)

Das Album "Gravity X" ist eine wahre Dampfwalze und plättet alles was sich vor den Boxen aufbaut. Die Truckfighters waren mit vorliegendem Album, eine der ersten Bands, die ich unter dem Lable Stoner-, Fuzz-Rock oder wie man die Schublade auch nennen will, für mich entdeckt habe. Sehr erfreut war ich gestern gelesen habe, dass die Schweden im kommenden Jahr in Bielefeld für einen Gig vorbei kommen. Keine Frage: Da muss ich hin! Aber auch Grund genug für mich, die CD mal wieder aus dem Schrank zu holen und hier die Wände wackeln zu lassen. 

Übrigens war es vor ein paar Jahren gar nicht so leicht die CD überhaupt zu bekommen. Auf Discogs bin ich seinerzeit fündig geworden. Mittlerweile kenne ich auch Plattformen wie Bandcamp, wo die Bands ihre Sachen auch direkt vertreiben. Kann ich auch für Neuinspirationen nur empfehlen.  


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02 Dezember 2023

Slime - "Zwei" (2022)

Slime ist eines meiner persönlichen Underratings der letzten Jahrzehnte. Natürlich kannte ich die 1979 in Hamburg gegründete Punkband, hatte diese aber immer irgendwie der autonomen- und links-extremen Szene zugeschrieben, ohne mich näher damit zu befassen. Damit bin ich wahrscheinlich, wie soviele in diesem Land, den Medien auf den Leim gegangen, die eher in bestimmte Richtungen bewerten und beeinflussen als zu informieren. Tatsächlich mag ich Kunst und Künstler im weitesten Sinne, die sich klar positionieren und so auch ein klares gesellschafts-politisches Statement abgeben. Leider habe ich mich bei Slime selbst nicht intensiv genug mit dem Statement auseinander gesetzt und mir lieber treu deutsch bequem sagen lassen, wie ich Slime einzuordnen habe. Nun gut, das ist Vergangenheit!

Slime sind in diesem Jahr näher in meinen Fokus gerückt, nachdem ich gelesen hatte, dass sie kürzlich eine neue Platte veröffentlicht hatten. Mit "Ach, die gibt's noch?" und "Was machen die denn heute so?" war ich dann recht schnell bei der Information, dass hier ein neuer Sänger am Mikro steht und bei meinem ersten Durchlauf bei Spotify, war ich von dem Gehörten schwer beeindruckt. Nicht dieses rumplige Parolengegröhle vergangener Tage (wobei ich früher leider nur dies wahrgenommen hatte), sondern ausgefeilte Songstrukturen mit klaren Ansagen. Puristen werden hier die Nase rümpfen und die Frage stellen, was das mit Punk zu tun hat, aber dem schmettern Slime direkt entgegen: "Halt'die Fresse! Erzähl' Du mir nix von Punkrock, ... Du bist mir scheißegal, ich will einfach nur was spür'n". So ... und nicht anders! ... und ansonsten kümmern sich ja regelmäßig die Bundesprüfstelle und der Verfassungsschutz darum, dass die Systemkritik im Rahmen bleibt, entsprechend unterstützt von einem Journalismus, der schon für das entsprechende allgmeine Meinungsbild sorgt.  

Gestern gaben sich Slime im Bielefelder Forum die Ehre, zu einem Gig. Was für ein Abriß! Endlich wieder mal ein gescheiter Moshpit. Schade, dass ich nicht ein paar Jahre jünger bin. Hätte da gern noch ein bisschen mitgekabbelt. ;-) Jedenfalls haben mich Slime da nochmal richtig überzeugt. Ich werde den Backkatalog der Band nochmal neu von hinten aufrollen müssen. Hier hatte ich bisher sicherlich einige Sahnestücke deutscher Rockmusik überhört.

(Übrigens die gestrige Supportband  Bitume war auch überragend und ist es sicherlich wert, öfter gehört zu werden.)




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25 November 2023

The Black Cat's Eye - "The Empty Space Between A Seamount And The Shock-Headed Julia" (2023)

Album der Woche ist gleichzeitig mein Neuzugang in dieser Woche. The Black Cat's Eye spielen Psychedelic Rock vom Feinsten und kommen aus Frankfurt. Mehr weiß ich eigentlich gar nicht. Vorliegendes Album mit dem überlangen Namen ist das Erste und bisher Einzige von The Black Cat's Eye. Die Band bzw. das Album war eine Bandcamp-Empfehlung und ich habe mich hier ganz klar zunächst vom Cover beeindrucken lassen. Die spannende Frage, was wir darauf eigentlich sehen, ist nach wie vor ein Mysterium für mich.  Jedenfalls war es hier, wie so oft, dass mich die ersten Takte bereits eingefangen hatten. Der 20 Minuten-Track der A-Seite macht direkt klar wo die Reise hin geht. Allerdings wer denkt, dass er mit dieser leicht floydigen Art des überlangen Songs den musikalischen Stil der Band schon abgerissen hat, irrt gewaltig. Spätestens mit dem ersten Song der B-Seite "Katla", reißt die Band Dich aus Deinen Tagträumen, und macht drumriffig und fuzzig klar, dass da noch wesentlich mehr kommt, nur um Dich mit dem "Winter Song" danach im Stile von "Drei Nüsse für Aschenbrödel" wieder ein zu lullen. und so geht das weiter ... . Jedenfalls werde ich mit diesem Album noch viele schöne Stunden verleben. 

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18 November 2023

Swan Valley Heights - "Swan Valley Heights" (2016)

Band und Album sind genau in dieser Woche in meinen musikalischen Aktionsradius getreten. Am Dienstag durfte ich in Bielefeld ein hervorragendes Konzert von Colour Haze erleben. Swan Valley Heights waren Support Band und kommen ebenfalls aus dem Großraum München. Im Vergleich zu Colour Haze ist Swan Valley Height wesentlich "straighter" unterwegs, ansonsten waschechter Stoner Rock natürlich mit der entsprechenden Prise Psychadelic gemischt. Es ist sicherlich kein Zufall, dass SVH beim Lable von den Truckfighters unter Vertrag stehen. Die musikalische Nähe ist hier sehr offensichtlich, aber überhaupt nicht störend. Im Gegenteil! Jedenfalls habe ich mir am Dienstag direkt am Merch-Stand das hier vorliegende Debüt und das in diesem Jahr veröffentlichte Album "Terminal Forest" zugelegt. Sehr lohnende Investition!