Der ganz persönliche Blick in meinen Plattenschrank, ... der mittlerweile auch nicht mehr wirklich immer wöchentlich erfolgt. ;-)
22 Juli 2023
Carl Millöcker - "Der Bettelstudent" (Komische Operette, 1882 uraufgeführt)
14 Juli 2023
Motörhead - "Another Perfect Day" (1983)
07 Juli 2023
Colour Haze - "Temple" (2006)
So... Nun ist es soweit! Colour Haze ist dran, eine meiner absoluten Lieblingsbands! Aber wie das mit den Lieblingsbands so ist, ... die haben eben viele richtig gute Platten. Welche kann man denn jetzt rausstellen und zum Album der Woche küren? Zumal Colour Haze bereits seit Mitte der 90er Jahre aktiv sind und bereits 14 Studio-Alben (wenn ich mich nicht verzählt habe ;-) ) auf die Musik-Welt losgelassen haben. Allerdings kenne ich Colour Haze selbst erst seit ungefähr 3 Jahren. Damals wurde mir Colour Haze mit dem Song “Aquamaria” von Spotify für meine Psychadelic-Playlist vorgeschlagen. ... und wie das manchmal so ist: Es brauchte irgendwas zwischen 3 und 4 Takten und ich war total geflasht! Somit sind wir dann eben bei meinem Erst-Kontakt mit Colour Haze und dem zughörigen Album “Temple”. Colour Haze haben ihre ganz eigene Mischung aus Stoner, Kraut-Rock und Psychadelic gefunden, die mich total begeistert. Colour Haze spielen Ihre Alben immer analog, manchmal sogar live ein. Das gibt dem Ganzen diesen herrlich ungeschliffenen Charakter. Also ganz mein Ding! Neben oben bereits erwähntem Übersong “Aquamaria” ist von Tempel auf jeden Fall der Titeltrack zu erwähnen, .... aber auch “Ozean”, bei dem Stefan Koglek mit dem Effektgerät seiner Gitarre eine ganz besondere Meeresstimmung erzeugt ... und “Mind" ... und “Earth” ... und ... eben ein geiles Album.
Ich denke, wir haben Colour Haze hier beim "Album der Woche" nicht zum letzten Mal gehört! ;-)
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01 Juli 2023
Death - "Human" (1991)
Meinen ersten Kontakt mit Death hatte ich zu meinen Abi-Zeiten. Damals ging bei uns in der Clique eine Kassette mit dem Album "Leprosy" rum. Auf eine spezielle Art hatte mich dieses Album mit genommen. Dieses wilde Gekeife, die harten Tempi-Wechsel und dann doch die grundlegenden Songstrukturen mit melodiösen Abschnitten. Sowas kannte ich als Thrash-Metal-Fan der damaligen Zeit nicht. Der Begriff "Death-Metal" für dieses Sub-Genre wurde ja erst später kreiert.
In dieser Woche lag nach langer Zeit, anlässlich einer Kellersession, das Album "Human" mal wieder auf dem Teller. Dieses Brett habe ich auch tatsächlich 1991 mit dem Erscheinen im damaligen "Dany"-Kaufhaus in Paderborn erstanden. Damals gab es ganz oben noch eine Schallplatten-Abteilung. ... und ich hatte noch gar keinen Schallplatten-Spieler mit in Paderborn (*lach laut*). Habe die Platte also mit zu meinen Eltern genommen und dort auf dem Kurt-Ehrlich-Excellence S, der jetzt in meinem Keller steht, auf Kassette überspielt. In Zeiten der heutigen Streaming-Gesellschaft unvorstellbar!
Das Album selbst, ist natürlich ein absoluter Meilenstein und hat sicherlich nicht unerheblich dazu beigetragen, einem ganzen Musik-Genre seinen Namen zu geben.
24 Juni 2023
Deep Purple - "Made In Japan" (1972) / Remastered Edition (1998)
“There are moments on this record that have never been beaten in the history of rock musik.” So eröffnet das beiligende Booklet zur Doppel-CD zum 25jährigen Jubiläum dieses Albums. In dieser Woche habe ich mir endlich diesen Klassiker in den Schrank gestellt. Diese 25-jährige Jubiläumsausgaube ist jetzt auch schon wieder 25 Jahre alt. ;-)
Deep Purples “Made In Japan” ist nicht nur eines der populärsten Live-Alben der Rock-Geschichte, sondern enthält auch meine persönliche Lieblingsversion des Abräumers “Smoke On the Water”. Bisher hatte ich diesen nur auf dem Amiga-Sampler, den ich meinem UTP-Lehrer in der 9. Klasse mal abgekauft habe. Jetzt im Gesamtkontext der Japan-Konzerte von 1972 in Tokio und Osaka kommt der natürlich nochmal richtig gut. Ein weiteres legendäres Highlight des Albums ist natürlich Ian Paice' legendäres Drum Solo bei The Mule. Auch wenn ich normalerweise ein Fan von Authentizität bin und ich irgendwelchen Remixen oder Remasters sehr skeptisch gegenüber stehe, so bin ich von der hier vorliegenden Remastered-Edition doch regelrecht begeistert. Die ohnehin tolle Aufnahme wurde mit viel Augenmaß so entstaubt, dass die “Seele” eines entfesselten Rockspektakels der beginnenden 70er Jahre erhalten bleibt. Rockfans mögen seit Generationen Jon Lords ausuferndes Orgelspiel und Ritchie Blackmores treibende Gitarrenriffs... und die anderen hassen es eben. Aber eines ist klar: Wir haben es hier mit einem wahren Meilenstein der Rockmusik zu tun. Daren gibt es nichts zu rütteln.
17 Juni 2023
Syd Barrett - "Barrett" (1970)
Das Album dieser Woche muss man musikalisch wohl als völlig un-ambitioniert bezeichnen. Zumindest tue ich das. Album wie auch Künstler polarisieren total ... und das macht's für mich schon wieder sehr interessant! Neulich bin ich von Tante Trude aus Buxtehude gebeten worden, mein schlechtestes Album auf zu legen. Ohne zu zögern ging mein Griff zu "Barrett". Das hätte aber eben so gut das zweite Solo-Album von Syd Barrett "The Madcap Laughs" sein können. Beide Alben halte ich eigentlich für unwürdig jemals veröffentlicht worden zu sein. Die Kompositionen und Texte sind, bis auf wenige Ausnahmen, völlig trivial, die Arrangements total simpel, die Produktion total unprofessionell. Syd Barrett selbst kann die Töne nicht halten und bei einigen Songs ist der Takt in der Partitur (wenn es je eine gegeben hat) wohl nur eine höfliche Empfehlung gewesen.
Warum liegt das Album trotzdem alle halben Jahre mal wieder auf meinem Dreher? Zunächst fasziniert mich der Kult, der um die Person Syd Barrett gemacht wird. Eine Menge Leute halten Syd Barrett für das eigentliche musikalische Genie, welches hinter den frühen musikalischen Jahren von Pink Floyd steht. Warum tun die das? Das versuche ich immer mal wieder nach zu vollziehen. Seit ich mich für Musik interessiere (also quasi seit ich lebe ;-) ) spielt Pink Floyd bei mir eine ganz zentrale Rolle. Selbst zu meinen völlig intoleranten Spät-80ern habe ich regelmäßig Pink Floyd gehört. Aber um die ganz frühen Alben habe ich immer einen großen Bogen gemacht. "Ummugumma" hatte ich über dreißig Jahre quasi ungehört im Schrank stehen. "The Piper At the Gates Of Dawn" und "A Sauceful Of Secrets" habe ich mir erst in den letzten Jahren zu gelegt. Ebenso wie bei diesen Alben stellt sich auch bei "Barrett" ständig die Frage "Ist das Kunst, oder kann das weg?". Dieses Spannungsfeld zwischen Genie und Wahnsinn, sozusagen das Grenzfeld zum völlig "unhörbaren", macht es für mich aus. Für die frühen Floyd-Alben ist das Thema für mich mittlerweile eindeutig geklärt. ... und für "Barrett"? Wahrscheinlich brauche ich dafür nochmal 30 Jahre ...
Ein weiterer höchst faszinierender Fakt: Bei kaum einem anderen Album, ist es für das Hörerlebnis so entscheidend, auf welchem Plattenspieler die Scheibe liegt. Wenn das Album auf einem modernen Magnetsystem alla Audio Technica gespielt wird, klingt das echt schlimm. Läuft die Platte aber beispielsweise auf dem alten Kristall-System meines Kurt Ehrlich-Excellent, ist das eine ganz andere Nummer. Haltet mich für verrückt, aber es ist so ... und paßt irgendwie zur gespaltenen Persönlichkeit von Syd Barrett.
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